Kleines Hotel-ABC: was Sie über Hotelsterne und Co. wissen sollten

hotel lobby in ShanghaiHotels sind wichtige touristische Einrichtungen, die Beherbergungs- und Verpflegungsdienstleistungen anbieten. Dabei haben sich einige Hotels auf bestimmte Aufenthaltszwecke spezialisiert, wie Familien-, Ferien-, Sport-, Kongress-, Wellness- oder Kurhotel. Einige sind zudem unter einer teilweise weltweit operierenden Kette zusammengefasst. Daneben unterscheiden sich die einzelnen Hotels im gebotenen Service und in der Klassifizierung.



Unterscheidungskriterien Verpflegung und Wohneinheit

Nicht jedes Hotel bietet den gleichen Serviceumfang und vergleichbare Wohneinheiten. Zur groben Orientierung:

  • Hotel garni: Übernachtung und Frühstück
  • Halbpension: Übernachtung und zwei Mahlzeiten täglich, meist ohne Getränke
  • Vollpension: Übernachtung und drei Mahlzeiten pro Tag
  • All Inclusive: Übernachtung, täglich Vollverpflegung und alkoholfreie und alkoholische Getränke

Hotelzimmer:

  • Junior Suite: deutlich größeres Raumangebot als ein Hotelzimmer
  • Suite: getrennter Wohn- und Schlafbereich sowie vollwertiges Badezimmer
  • Executive- oder Präsidenten-Suite: sehr großzügige Suite mit aufwendiger Ausstattung
  • Apartment: eingerichtete Wohnung mit mehreren Zimmern und vollständiger Küche, die tageweise gebucht werden kann und für die typische Hoteldienstleistungen, wie Zimmerreinigung und Handtuchwechsel erfolgt
  • Motel: für jedes Zimmer ist ein Parkplatz vorhanden, keine Gastronomie

Noch deutlicher unterscheiden sich Hotels in der Anzahl der Sterne. Diese geben an, wie umfangreich das Serviceangebot und die Ausstattung der Unterkünfte sind. Da es keine weltweit einheitlichen Bewertungskriterien gibt, unterscheiden sich die Unterkünfte. Hotels mit gleicher Sterneanzahl sind so in unterschiedlichen Ländern, teilweise sogar innerhalb eines Landes, wie in Spanien und Italien, nicht miteinander vergleichbar. Finnland beispielsweise verfügt über keine Hotelklassifizierung. In einigen Ländern sind Fachverbände, wie in Deutschland, für die Sternevergabe zuständig oder die Klassifizierung ist gesetzlich vorgeschrieben, wie in Griechenland oder Spanien. 1979 wurde in der Schweiz das weltweit erste Hotelklassifizierungssystem eingeführt.

Die Klassifizierung der “Hotelstars Union”

Um einen einheitlichen und vergleichbaren Hotelstandard in Europa zu erreichen, haben ab 2010 Deutschland, Estland, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Schweden, die Schweiz, Tschechien und Ungarn die Klassifizierung der “Hotelstars Union” eingeführt. Die 21 Grundprinzipien und der 270 Punkte umfassende Kriterienkatalog orientieren sich am deutschen Sternesystem des “Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes”. Schirmherr der “Hotelstars Union” ist die Organisation “Hotels, Restaurants & Cafés in Europa”. Die Klassifizierung reicht von einem bis fünf Sterne und dem Zusatz Superior, wenn die Kriterien der Kategorie deutlich übertroffen, aber noch nicht die der nächst höheren Stufe erfüllt werden.

  • ein Stern: einfache Einrichtung, vorrangig Übernachtungsmöglichkeit
  • zwei Sterne: angemessene Ausstattung, komfortable Zimmer
  • drei Sterne: einheitlicher, gehobener Komfort und Service
  • vier Sterne: großzügige Ausstattung mit hochwertigen Materialien, zusätzliche Angebote, wie Schwimmbad oder Wellness und ausgezeichneter Service
  • fünf Sterne: Luxus und Exklusivität in Ausstattung und Service

Klassifizierung als Entscheidungshilfe

Viele Hotelklassifizierungen sind freiwillig und mit Kosten für die Hotels verbunden, daher können sich auch hinter nicht klassifizierten Hotels gute Unterkünfte verbergen. Darüber hinaus haben viele Reiseveranstalter eigene Klassifizierungen, die sich an der Länderkategorie orientieren, landesspezifische Besonderheiten berücksichtigen, aber auch auf Erfahrungen von Mitarbeitern der Reiseveranstalter und auf Kundenbewertungen basieren. Hotelklassifizierungen sind damit eine gute Orientierungshilfe für die Buchung, die zu erwartende Ausstattung und den gebotenen Service.

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